Das TCL 30+ versteht sich als gewollter Preisbrecher und möchte besonders viel Features für möglichst wenig Geld präsentieren. Dass dies nicht ohne Abstriche funktioniert, zeigt ein genauer Blick auf das Smartphone in der 200-Euro-Klasse. Das Display verspricht eine solide Qualität – die Kombination aus OLED-Technik und der ausreichend scharfen Full-HD-Auflösung ist in diesem Preisbereich nichts Neues, aber immer noch nicht der Standard. Leider geht TCL hier nicht mit dem Trend und spendiert dem Display keine höhere Bildwiederholrate als 60 Hz. Die Kamera erscheint auf dem Papier mit ihren 50 Megapixeln stark, in der Praxis enttäuschen derart hochauflösende Kameras in so niedrigen Preisregionen aber regelmäßig, da die Fotosensoren schlicht zu klein sind, um Fotos zu produzieren, die bis in die Ecken scharf sowie detailliert sind und eine hohe Farbdynamik aufweisen. Mangels Bildstabilisation sind Fotos im Dunkeln zudem weitestgehend enttäuschend. Eine zweite Linse dient lediglich der Erfassung von Tiefeninformationen für typische Bokeh-Effekte in Portrait-Aufnahmen. Die Makro-Linse löst derart gering auf, dass sie allenfalls als nette Spielerei anzusehen ist.
Eine bittere Enttäuschung ist der verwendete Chipsatz: Der Helio G37 ist ein schwacher Chip der untersten Leistungsklasse und findet sich normalerweise in Geräten zwischen 130 und 150 Euro. Für ein 200-Euro-Gerät kann man mehr erwarten. Immerhin kommt das 30+ mit 128 GB Festspeicher, der sich außerdem erweitern lässt. NFC zum kontaktlosen Bezahlen ist an Bord, der moderne 5G-Mobilfunk wird vom Helio G37 nicht unterstützt. Mit einem 5010-mAh-Akku dürfte das Smartphone locker zwei Tage durchhalten. Leider lädt das Gerät mit nur maximal 18 W, wodurch ein voller Ladezyklus mehrere Stunden in Anspruch nehmen dürfte.
09.06.2022