Es gibt Produkte, die haben nur alle zwei Jahre Hochkonjunktur: Dazu zählen Bierzapfanlagen. Immer, wenn eine Fußball-WM oder -EM ins Haus steht, schnellen die Suchanfragen bei uns in die Höhe. Vor der WM in Russland haben wir mithilfe von Kantar EMNID über 1.000 Deutsche repräsentativ befragt, ob sie sich vorstellen könnten, sich eine Zapfanlage für Zuhause zuzulegen. Hier das Ergebnis:
Weitere Ergebnisse aus der Umfrage finden sich in unserer Pressemitteilung.
Frisch gezapftes Bier in den eigenen vier Wänden
Anstatt für eine Party den
Kühlschrank mit Dutzenden von Bierflaschen zu blockieren, können sich Biertrinker als Alternative dazu ein kühles Blondes auch zu Hause selbst frisch zapfen – und zwar fast so wie in einer Kneipe. Die einfachste Möglichkeit dazu sind kleine „Partyfässchen“, die über einen integrierten Zapfhahn verfügen und daher kein weiteres Zubehör benötigen.
Zapfen vom Fässchen nur für unterwegs
Doch so bequem die meistens 5 Liter Bier fassenden Fässchen auch im Handling sein mögen: Genau genommen eignen sie sich nur für Tempotrinker. Zum einen kann das Bier nicht gekühlt werden, zum anderen dringt über das für einen ordentlichen Bierfluss notwendige Lüftungsloch Luft in das Fass ein: Das Bier wird schal, da Kohlensäure entweicht. Ist demnach abzusehen, dass das Fass nicht leergetrunken wird, lohnt sich die Anschaffung nicht. Dafür eignen sich die Partyfässchen hervorragend etwa für unterwegs, und da einige Hersteller passende Kühlmanschetten, Bierkühler oder sogar Fässchen mit integrierter Kühlung anbieten, lässt sich auch dieses Manko teilweise beheben – jedoch nur gegen Aufgeld. Das Nonplusultra in Sachen Zapfanlagen stellen Fässchen daher nicht dar.
Komplette Zapfanlagen mit Kühlanlage
Wesentlich flexibler sind nämlich Zapfanlagen, die eine komplette Schankgarnitur mit einer Kühlanlage kombinieren. Sie können zwar häufig mit den gängigen Partyfässchen befüllt werden. Trotzdem sollte man sich sicherheitshalber vor dem Kauf darüber informieren, ob das Lieblingsbier dazu gehört. Der größte Vorteil dieser Zapfanlagen besteht darin, dass CO2-Kartuschen für den notwendigen Zapfdruck sorgen. Dies gewährleistet, dass im Unterschied zu den integrierten Zapfhähnen der Bierfluss auch zum Ende hin nicht ins Stocken gerät. Bei einigen Modellen kann der CO2-Druck sogar dosiert und der jeweiligen Biersorte angepasst werden. Je nach Zapfanlage reicht eine CO2-Kartusche für ein bis drei 5-Liter-Fässchen aus. Alternativ dazu gibt es Modelle, die mit Luftdruck arbeiten. Sie benötigen allerdings eigens dafür gearbeitete Fässchen, die Bierauswahl ist deswegen ungleich kleiner, der Preis pro Fass deutlich höher.
Mobile Zapfanlage
Zapfanlagen mit Akku-Betrieb
Das Kühlaggregat der Zapfanlage wiederum hält das Bier ungefähr zwei Wochen lang frisch, einige Hersteller sprechen sogar von bis zu vier Wochen. In der Regel besteht ferner die Möglichkeit, die Kühltemperatur einzustellen. Wer die Zapfanlage beispielsweise zum Baden mitnehmen möchte, kann auf Modelle mit Akku zurückgreifen, einige Geräte erlauben sogar den kombinierten Kühlaggregat-/Akku-Betrieb. Gastgeber wiederum, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten sich eine Zapfanlage mit LED-Anzeige zulegen, auf der die Temperatur, der Füllstand sowie der „Frische“-Grad des Bieres ablesbar ist. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn sich die Zapfanlage auch für größere Bierfässer zwischen 10 und 50 Litern eignet – was jedoch nur auf wenige Modelle zutrifft, da die größeren Fässer einen speziellen Anschluss voraussetzen und daher selten mit den beliebten 5-Liter-Fässchen kompatibel sind.
Zapfen im größeren Stil: für Privathaushalte kaum lohnenswert
Die Anschaffung einer Zapfanlagen für größere Fässer lohnt sich jedoch meistens kaum für Privathaushalte – wenn man sich in diesem Feld auf einen eher mäßigen, also durchschnittlichen Bierkonsum einigt. Wer bei sich zuhause allerdings öfter größere Partys veranstaltet, kann sich die Anschaffung durch den Kopf gehen lassen – und muss sich zwischen zwei Kühlsystemen entscheiden. Das Bier wird nämlich in diesen Zapfanlagen per Durchlaufkühlung auf Trinktemperatur gebracht und nicht durch eine Kühlung des ganzen Fasses.
Trocken- vs. Wasserkühlung
Soll es flink gehen, sind Modelle mit Trockenkühler vorzuziehen. Der Schlauch vom Fass zur Zapfanlage wird dabei über einen Aluminiumblock geleitet, der das Bier kühlt – nach etwa zehn Minuten steht die Anlage zum Zapfen bereit. Erfolgt die Kühlung dagegen durch Wasser, vergehen rund zwei Stunden, bis das erste Glas Bier fließt. Eine Wasserkühlung muss außerdem häufiger gewartet werden. Biertrinker schließlich, die viel Platz in der Küche haben, greifen am besten auf einen Bierkühlschrank zurück – eine Kombination aus Kühlschrank für Bierfässer bis zu 50 Litern und Schankanlage. Der Stromverbrauch dieser Geräte ist allerdings ungleich höher als bei einer Zapfanlage mit Durchlaufkühlung.