Wer einen Platten hat, muss den Schlauch wechseln. Bei der Suche nach Ersatz lauern allerdings zwei Gefahren. Erstens gibt es mehrere Größen. Und zweitens existieren unterschiedliche Ventiltypen, die jeweils Vor- wie Nachteile haben und zudem nicht zwangsläufig zu jeder Felge passen.
Die Größe eines Fahrradschlauches erkennt man an zwei Richtwerten: dem Durchmesser und der Breite. Während der Durchmesser exakt dem Reifen entsprechen muss, hat man bei der Breite einen gewissen Spielraum. Aber: Wie groß der Spielraum ist, hängt von der Schlauchqualität ab. Hochwertige Modelle aus Butylkautschuk etwa sind so elastisch, dass sie ohne Probleme Reifenbreiten von 28 bis 47 Millimeter abdecken. Bei simplen Modellen wiederum ist der Spielraum etwas geringer. Hier sollte die Breite ungefähr zu jener des Reifens passen.
Zollmaß und ETRTO-Norm
Gerade Freizeitradler lassen sich bei der Suche nach dem passenden Schlauch von den Zahlenangaben irritieren. Allerdings ist das Ganze im Grunde relativ einfach. Letztlich geht es lediglich um die Maßeinheit. Manche Hersteller geben die Größe nur in Zoll an, also zum Beispiel 26 x 2.25. Die erste Zahl kennzeichnet dabei den Durchmesser, die zweite die Breite. Leider ist das Zollmaß nicht wirklich präzise. Alternativ hat sich deshalb die sogenannte ETRTO-Norm etabliert. Sie verwendet Millimeter als Einheit, zum Beispiel 50 – 559. Hier steht die erste Zahl steht für die Breite und die zweite für den Durchmesser. Viele Unternehmen nutzen mittlerweile einfach beide Maße, man sollte sich davon also nicht verwirren lassen. Und falls einmal nur die ETRTO-Angaben vorhanden ist: Im Internet gibt es zahlreiche Umrechnungstabellen.
Dunlop-, Auto- oder Prestaventil?
Am bekanntesten ist nach wie vor das Dunlop-Ventil. Es wird mit einer Überwurfmutter fixiert, allerdings erfordert das Aufpumpen für gewöhnlich recht viel Kraft. Das sogenannte Auto-Ventil schneidet in dieser Hinsicht besser ab. Hier reicht eine Fahrt zur Tankstelle, außerdem ist die Handhabung noch einfacher. Die Bohrung indes muss bei beiden Ventilen einen Durchmesser von 8,5 Millimetern aufweisen. Als dritten Typ gibt es zu guter Letzt das Presta-Ventil, auch unter dem Namen Sclaverand bekannt. Charakteristisch für diese Variante ist das geringe Gewicht, zudem benötigt es eine Felgenbohrung von nur 6,5 Millimetern. Presta-Ventile eignen sich deshalb am besten für schmale Felgen (z.B. bei Rennrädern). Mit Luft befüllen wiederum lassen sich entsprechende Schläuche nur, wenn die Mutter des Ventils aufgedreht ist und die Pumpe exakt aufsitzt. Andernfalls können im Worst Case lästige Schäden entstehen (Verbiegungen).