Das Wichtigste auf einen Blick:
- Gut geeignet vor allem für die Stadt und überschaubare Streckenlängen
- Größere Varianten auch für Touren geeignet
- Zunehmend auch mit Elektroantrieben erhältlich
- Je nach maximaler Höchstgeschwindigkeit schon für Jugendliche erlaubt
- Preiswerte Roller schon ab rund 800 Euro erhältlich
Was zeichnet die besten Motorroller im Test aus?
An oberster Stelle steht die Fahrsicherheit. Dabei wird unter anderem bewertet, ob die Fahrstabilität ausreichend ist, wie gut die Assistenzsysteme wie beispielsweise die Traktionskontrolle funktionieren und ob die Bremsanlagen zuverlässig verzögern. Auch das Handling und die Wendigkeit werden von den Testern häufig als wichtige Kriterien genannt. Je einfacher sich der Roller im Stadtverkehr manövrieren lässt, desto besser fällt das Testergebnis aus. Neben diesen Eigenschaften wird auch die Ausstattung des Rollers stärker berücksichtigt, ebenso wie das Fahrverhalten. Ein schneller und kraftvoller Antritt an der Ampel zählt ebenso als Pluspunkt. Zudem müssen Komfortaspekte stimmen – so kritisieren Tester beispielsweise oft zu wenig Platz für die Füße. Auch der ADAC führt regelmäßig Prüfungen von Motorrollern durch; aktuelle Testergebnisse sind im Onlineportal des ADAC abrufbar.Für welchen Zweck eignet sich welcher Roller?
Mofa-Roller: Diese kleinsten Modelle sind besonders unter Jugendlichen sehr gefragt. Um sie fahren zu dürfen, reicht eine sogenannte Prüfbescheinigung, die bereits ab 15 Jahren erworben werden kann. Wer bereits eine Fahrerlaubnis besitzt oder vor dem 1. April 1965 geboren wurde, benötigt keine Prüfbescheinigung. Mofa-Roller verfügen über Motoren mit maximal 49 cm³ Hubraum und dürfen höchstens 25 km/h schnell fahren. Wichtig: Ein auf 25 km/h gedrosselter Mokick-Roller (50 cm³, bauartbedingt bis 45 km/h) gilt weiterhin als Mokick und erfordert den Führerschein Klasse AM – die Mofa-Prüfbescheinigung reicht in diesem Fall nicht aus.Mokick-Roller: Auch bei Jugendlichen beliebt, sind diese Roller ab 15 Jahren mit dem Führerschein der Klasse AM erlaubt. In diese Gruppe fallen Modelle mit maximal 49 cm³ Hubraum und einer gestatteten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Die sogenannten „Fuffis" sind vor allem für den Stadtverkehr geeignet und bieten eine günstige und praktische Alternative zum Auto. Parkplatzsuche gestaltet sich einfach, zudem sind sie sparsam im Verbrauch und in den Unterhaltungskosten. Das Mindestalter für den Erwerb der Fahrerlaubnis Klasse AM wurde bundesweit seit Juli 2021 auf 15 Jahre gesenkt (zuvor galt in vielen Bundesländern 16 Jahre). Bis zum 16. Geburtstag gilt der Führerschein jedoch ausschließlich in Deutschland.
Leichtkraft-Roller: Diese Roller bieten sich für schnellere Fahrten und auch längere Strecken außerhalb der Stadt an und sind leistungsstärker als Mokick-Roller. Sie verfügen über eine Leistung bis zu 11 kW (15 PS) mit Hubräumen bis 125 cm³, was für mehr Power und höhere Geschwindigkeiten sorgt. Seit dem 1. Januar 2017 ist bei Neufahrzeugen dieser Klasse ein serienmäßiges ABS oder eine Kombibremse vorgeschrieben, während diese bei Mofa- und Mokick-Rollern meist nicht verbaut sind. Erforderlich ist der Führerschein der Klasse A1, der ab 16 Jahren erworben werden kann. Alternativ können Inhaber der Führerscheinklasse B (Pkw) mit der Erweiterung B196 (ab 25 Jahren, nach mindestens 5 Jahren Fahrpraxis) ebenfalls Leichtkrafträder bis 125 cm³ fahren.
Großroller: Die größten Motorroller sind zugleich die komfortabelsten und eignen sich sogar für längere Touren. Das zeigt sich auch an der umfangreichen möglichen Ausstattung: Großroller werden oft mit Features wie Windschutzscheiben für besseren Wetterschutz, Gepäcksystemen, verstellbaren und bequemen Sitzbänken oder beheizbaren Griffen serienmäßig oder optional angeboten. Hubräume bis 840 cm³ und Geschwindigkeiten bis 190 km/h sind bei Großrollern möglich. Um sie zu fahren, müssen Fahrer volljährig sein und den Führerschein Klasse A besitzen (bei Leistungen bis 35 kW genügt A2).
Elektroroller: Elektrisch betriebene Roller sind für umweltbewusste und zukunftsorientierte Fahrer interessant. Die Unterhaltskosten sind in der Regel niedriger als bei Verbrennern, da Elektroantriebe weniger Verschleißteile haben und Strom günstiger als fossile Kraftstoffe ist. Das Angebot an Elektrorollern hat sich gegenüber früheren Jahren deutlich verbreitert und verbessert: Moderne Modelle erreichen realistische Reichweiten von 70 bis über 100 Kilometern (je nach Klasse und Akkuausstattung) und bieten entnehmbares Akku-System für bequemes Laden in der Wohnung. Auch die Ladezeiten haben sich verbessert. Weiterhin gilt jedoch: Höhere Anschaffungskosten gegenüber vergleichbaren Verbrennern, und bei Langstrecken oder ungünstigen Temperaturen bleibt die Reichweite ein Abwägungspunkt. Aktuelle ADAC-Tests zeigen, dass die Modelle bei Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit überzeugen; Ausstattungsdetails und Ladeinfrastruktur variieren je nach Modell und Preisklasse deutlich. Beim Kauf sollte besonders auf den Akkutyp (fest verbaut oder entnehmbar), die Ladezeit und das Servicenetz des Herstellers geachtet werden.
Dreiradroller: Diese Roller besitzen ein herkömmlich angetriebenes Hinterrad und zwei vordere Räder, die durch eine aufwändigere Aufhängung miteinander verbunden sind. Sitzposition und Fahrdynamik ähneln denen eines normalen Motorrollers. Der Vorteil der 3-Rad-Modelle liegt in der breiteren Spur, wodurch sie nicht als motorisierte Zweiräder gelten. Die Führerscheinregelung ist jedoch komplex: Mit dem klassischen Pkw-Führerschein (Klasse B) dürfen Dreiradroller im Inland gefahren werden – allerdings mit folgenden Einschränkungen:
- Wer die Klasse B vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf alle Dreiradroller der Klasse L5e ohne weitere Einschränkungen fahren (EU-weit gültig, Schlüsselzahlen 79.03/79.04).
- Wer die Klasse B nach dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf Dreiradroller ebenfalls im Inland fahren (Schlüsselzahl 194), jedoch gilt dies nur in Deutschland, nicht im EU-Ausland. Bei Modellen mit mehr als 15 kW (ca. 20 PS) Leistung ist zudem ein Mindestalter von 21 Jahren erforderlich.
Neben den üblichen Typen werden Roller oft auch nach der Radgröße unterschieden:
• Kleinradroller: Klassische Roller sind mit Rädern zwischen 10 und 14 Zoll ausgestattet. Roller mit kleineren Rädern sind handlicher und bieten besseres Handling, leiden allerdings unter geringerer Fahrstabilität und Komfort. Unebenheiten auf der Straße sind für Fahrer deutlich spürbarer. Außerdem steigt bei kleinen Rädern und hohen Drehzahlen die Gefahr von Aquaplaning.
• Großradroller: Modelle mit größeren Rädern zwischen 15 und 17 Zoll gleichen Fahrbahnunebenheiten besser aus. Das Fahrverhalten wirkt weniger kipplig und ist insgesamt stabiler, was die Sicherheit erhöht.
Sind günstige Baumarkt- oder China-Roller eine sinnvolle Alternative?
Motorroller aus Asien, die nicht offiziell lizenziert und ohne europäischen Händler vertrieben werden, gelangen über alternative Kanäle nach Deutschland – etwa über Onlineplattformen, Baumärkte oder Teleshopping. Obwohl sich die Qualität der Fahrzeuge in den letzten Jahren verbessert hat, haftet ihnen weiterhin ein schlechter Ruf an, vorrangig wegen starker Qualitätsschwankungen in der Fertigung. Der Kauf eines solchen Rollers gleicht einem Glücksspiel und kann im ungünstigsten Fall bereits nach kurzer Zeit Reparaturaufwand erfordern. Besonders kritisch: Bei günstigen Importen ohne offiziellen Vertrieb ist die Ersatzteilversorgung oft lückenhaft und der Kundendienst kaum erreichbar. Wer technisch versiert ist und einige Reparaturen selbst durchführen kann, findet hier teilweise echte Schnäppchen.





















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